Das Ungeschriebene

Die Macht der Worte

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Leander Linnhoff

12/29/20251 min read

Das Ungeschriebene

Und wenn du es nicht schreibst, dieses Gedicht, dass dich in der dunkelsten Nacht heimsucht wie Sirenengesang?

Es steigt aus dem Malstrom ungesagter Ängste, nicht einfach aus Strudeln, sondern aus dem röhrenden Rachen der Tiefe selbst.

Es erfasst dich, zieht dich, reisst dich hinab bis an den Grund, an dem du selbst nicht zu gehen wagst.

Die schreiende Stille der Nacht wird untragbar, denn ihr Gewicht, das Gewicht deiner Welt, lastet mit tausenden Bar auf dir.

Im Halbschlaf bringst du ein Gurgeln hervor, die Stirn tropft vor Nässe, du möchtest schreien, aber du kannst nicht.

Stattdessen rauschen die Wassermassen in deinen Ohren immer wieder das Gedicht.

Was, wenn du es schreibst, ihm durch die Macht deiner Worte Wirklichkeit gibst? Dann ist dein Kopf still, aber es ist in der Welt, entstieg dem Ozean und ist frei, du kannst es weder fangen noch binden.

Was, wenn du es nicht schreibst?

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