Die Möwen
Eine Beobachtung
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Leander Linnhoff
1/19/20261 min read


Die Möwen
Ihre Spuren bedecken den Sand,
lange bevor der Frühaufsteher
seine ersten, müden Schritte auf den Strand setzt.
Ihr Rufen, ihr Lachen verraten:
Sie teilen Räubergeschichten
und Gerüchte über den alten Fischer,
über seine Blicke, wenn er die Damen
in der Fritterie betrachtet.
Über den jungen Pfarrer
und Sebastién,
und was es mit dem Gäßchen auf sich hat.
Und über dich vielleicht.
Dann schießt ihr Blick
zu dem Pril im Sand,
zu dem kleinen Krebs, der dort
um sein Leben ringt.
Ein scharfer Ruf, ein dutzend Flügel wie einer,
dann sind sie der Tod
und schlagen sich um die Beute.
Gnadenlos. Erbarmungslos.
Lachend ziehen sie weiter,
angelockt von Frittierfett und Fisch.
Sie haben alle Zeit. Zum Verschwenden.
Nachts dringt ihr Gelächter durch das Dunkel
menschenleerer Straßen.
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