Fischermond
Flämischer Küstenzyklus
SEEGLAS
Leander Linnhoff
2/10/20261 min read


Fischermond
Weiß leuchtet er noch am klaren Himmel
des Morgens, der sie zum Meer hin ruft.
Ihr Blick geht in das Blau.
satter Fisch.
Heute werden die Netze schwer.
Die Schaluppe hinaus in die Wellen getrieben.
Den Wechsel nutzen, dem Rhythmus folgen,
den Tiden vertrauen wie seit Ewigkeiten
-
so folgen sie dem lautlosen Ruf
wie die Väter der Väter es taten.
Hering und Sprotte, vom Licht angezogen,
ahnen noch nicht die nahenden Maschen.
Stetig und eingespielt wie die Gezeiten
folgen Griffe und Tritte und Können dem Lauf -
ein uralter Tanz aus sturmfesten Leibern.
So ziehen sie das silbernen Gold hinauf.
Mancher ist draussen im Wasser geblieben.
Und mancher fand nicht den Weg zurück.
Viele beweinen, die in der Tiefe schlafen.
Der Mond schweigt dazu.
Tränen hat er nicht.
Flämischer Küstenzyklus
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