Nach dem Sturm

Was bleibt, wenn es still wird?

GEDICHTE

Leander Linnhoff

2/19/20261 min read

Nach dem Sturm

Früh am Morgen geht er den Strand entlang.

Seine Augen suchen den Boden ab.

Wind und Wellen haben den Strand mit vergangenem Leben bedeckt.

Muscheln, Schalentiere, Schnecken.

Einige sind zermalen zu grobem,

scharfkantigem Splitt.

Dazwischen vollständig erhaltene Schalen.

Ein Schneckenhaus, das sich

aus dem Meerschaum befreit.

Er sammelt sie auf.

Tausend Schattierungen.

Nebelgrau.

Rostbraun.

Sonnenaufgangsocker.

Wellenkronenweiß.

Nichts gleicht dem anderen.

Mit Schätzen in den Händen

zieht er weiter.

Möwenfedern.

Ein Seestern.

Etwas Treibholz,

von der Natur kunstvoll verdreht.

Und dann ein Leuchten

in der aufgehenden Sonne des neuen Tages

-

ein Stück Seeglas.

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